Der deutsche Automarkt kommt nach dem Ende der Abwrackprämie nicht in Schwung. Die Zahl der Auto-Neuzulassungen im Inland sank im August auf rund 201.000. Das waren 27 Prozent weniger als im August 2009, als die Abwrackprämie die Nachfrage angekurbelt hatte.
Die Gasantriebe erfreuen sich großer Beliebtheit. Doch nicht immer rechnen sie sich auf Anhieb.
Vor Jahren führten sie bei uns noch ein Schattendasein, heute kennt ihre Popularität kaum Grenzen. Die Verbreitung von Autos mit Gasantrieb hat gerade zuletzt einen mächtigen Schub bekommen, was daran liegt, dass diese Kraftstoffart vom Staat noch bis 2018 steuerbegünstigt ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um LPG (Liquified Petroleum Gas) oder CNG (Compressed Natural Gas) handelt. Geläufiger sind den meisten die Bezeichnungen Autogas und Erdgas, für die Autofahrer im Vergleich zum Liter Benzin nicht 1,30 Euro, sondern nur 59 beziehungsweise 91 Cent zahlen müssen.
Da kommt beim tanken eine hübsche Ersparnis zusammen. Ein Ford Focus 2.0 LPG zum Beispiel kostet pro 100 Kilometer lediglich 5,49 Euro, der vergleichbare Benziner dagegen 9,23 Euro. Der Schein trügt allerdings, denn in die Rechnung gehören auch die Anschaffungskosten für die Gasantriebe. Diese beginnen bei etwa 1800 Euro.
Damit die niedrigen Kraftstoffpreise für Freude sorgen, müssen häufig mit den Autos viele Kilometer abgespult werden, bis sich der Mehrpreis lohnt. Der Fiat Grande Punto Natural Power zum Beispiel rechnet sich gegenüber dem vergleichbaren Benziner erst nach mehr als 130 000 km. Es kann auch schneller gehen, denn Subaru und Chevrolet schenken bei einigen Modellen derzeit den Autogasantrieb (LPG, siehe Geldtipp). und bei CNG-Autos gibt es örtliche Gasversorger, die mit tankgutscheinen im Wert bis zu 1750 Euro winken.
Adressen finden sich unter www.erdgas-fahren.de. Ein teil der Mehrkosten lässt sich auch später beim Wiederverkauf herausschlagen. Denn Gasautos sind gegenüber vergleichbaren Benzinern in der Regel wertstabiler.
um auf Gas umzusteigen, muss es nicht unbedingt ein Werksmodell sein, viele Benziner sind umrüstbar. Vor allem der Flüssiggas-umbau (LPG) boomt. Im Gegensatz zur Erdgas-Variante hält sich hier der Aufwand mit 1800 bis 3700 Euro in Grenzen. Der tank passt schon in die Reserveradmulde und knabbert somit das Kofferraumvolumen nicht an. Beim CNG-Antrieb dagegen ist aufgrund der gasförmigen Speicherung des Kraftstoffs ein Hochdrucksystem nötig, das einiges kostet und obendrein viel Platz im Gepäckraum schlucken kann. Bis zu 5000 Euro können in den CNG-umbau fließen. In Sachen Reichweite und Leistung halten sich dafür die Einschränkungen bei beiden Arten in Grenzen.
Wer auf die umrüstung setzt und diese von einer unabhängigen Werkstatt durchführen lässt, sollte die Garantiefrage klären. Das ist vor allem bei Fahrzeugen wichtig, für die noch eine Hersteller-Schutzzusage besteht. Bei der werksseitigen Nachrüstung bleibt sie oft erhalten, die Montage bei einem freien Betrieb kann dagegen zum Erlöschen der Ansprüche führen. Deshalb ist im Vorfeld zu klären, welche Garantien das freie Unternehmen anbietet und was sie abdecken.
Quelle: AutoStraßenverkehr (Henning Busse)
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